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- Wofür ist ein Höhentrainingslager sinnvoll?
- 🎯 Hauptziele eines Höhentrainings
- 📊 Wissenschaftlicher Hintergrund
- 📅 Beispielprogramm – 21 Tage Höhentrainingslager (⚠️ nur für erfahrene Läufer:innen)
- Der Plan in Zahlen
- 🔹 Woche 1 – Akklimatisation
- 🔹 Woche 2 – Belastungsaufbau
- 🔹 Woche 3 – Konsolidierung & Leistungsreiz
- ✅ Dieser Trainingsplan respektiert
- Warum dieser Trainingsplan?
- Warum beginnt das Trainingslager mit Gehen (Tag 1–2)?
- Warum so viel strikte Grundlagenausdauer?
- Warum die Intensität um 10 bis 20 % reduzieren?
- Warum mehr Erholung einplanen?
- Warum Bergläufe, Intervalltraining und Schwellenläufe – aber reduziert?
- Warum sind 21 Tage ideal?
- Warum ist dieses Programm nichts für Anfänger:innen?
- Nach dem Trainingslager: Regeneration & Leistungspeak
- Häufige Fehler vermeiden
- Beispiel für die Trainingswiederaufnahme
- 🏅 Pläne nach Distanz
- 🏃 Spezifische Laufeinheiten

Wofür ist ein Höhentrainingslager sinnvoll?
Ein Höhentrainingslager ist kein gewöhnliches Trainingscamp. Ab etwa 1.800 Metern Höhe wird die Luft dünner: weniger Sauerstoff, mehr Belastung bei jeder Bewegung. Genau dadurch wird der Körper gezwungen, sich anzupassen – und das macht Höhentraining so effektiv für Leistungssteigerungen.
⚠️ Wichtig: Ein Trainingslager in der Höhe ist anspruchsvoll und richtet sich nur an erfahrene Läufer:innen. Vorab sollte immer ein medizinischer Check erfolgen, idealerweise begleitet von professioneller Betreuung. Die Berge sind kein neutrales Umfeld: Übermüdung, Schlafprobleme oder Kreislaufbeschwerden sind möglich, wenn man unvorbereitet startet.
✅ Richtig umgesetzt gehört Höhentraining jedoch zu den effektivsten Methoden, um die Ausdauer massiv zu verbessern. Bereits nach drei Wochen können Sauerstofftransport, muskuläre Widerstandsfähigkeit und die Leistungsfähigkeit in der Ebene deutlich gesteigert werden. Anspruchsvoll – aber extrem effektiv für ambitionierte Runner.
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🎯 Hauptziele eines Höhentrainings
- Erhöhung der roten Blutkörperchen durch die natürliche EPO-Produktion → besserer Sauerstofftransport
- Effizientere Sauerstoffnutzung in der Muskulatur → mehr Ausdauer
- Muskelkräftigung durch bergiges Terrain und wechselnde Untergründe
- Mentale Widerstandsfähigkeit durch Training unter anspruchsvollen Bedingungen
📊 Wissenschaftlicher Hintergrund
Ab etwa 1.800 bis 2.400 Metern Höhe sinkt der Sauerstoffpartialdruck deutlich.
Der Körper reagiert darauf mit einer erhöhten Produktion von EPO (Erythropoetin), wodurch nach etwa 12 bis 18 Tagen mehr rote Blutkörperchen gebildet werden.
Die wissenschaftliche Literatur (INSEP, ACSM, AIS) empfiehlt eine Mindestdauer von 18 bis 21 Tagen, um echte Anpassungen zu erzielen.
Die am besten untersuchte Methode bleibt „Live High, Train Low“: in der Höhe leben, bestimmte intensive Einheiten jedoch tiefer absolvieren.
📅 Beispielprogramm – 21 Tage Höhentrainingslager (⚠️ nur für erfahrene Läufer:innen)

⚠️ Dieses Trainingsprogramm richtet sich ausschließlich an erfahrene Läufer:innen mit einer bereits sehr soliden Ausdauerbasis, mehreren Jahren regelmäßigen Lauftrainings und einer positiven sportmedizinischen Freigabe. Starte nicht unüberlegt: Lies die Erklärungen und Hinweise nach dem Plan aufmerksam durch. Dort erfährst du, warum das Trainingslager mit Gehen beginnt, weshalb die Grundlagenausdauer dominiert und wie du vermeidest, aus einem eigentlich leistungsfördernden Höhentraining eine negative Erfahrung zu machen.
Der Plan in Zahlen
Ideale Dauer: 18–21 Tage
Höhenlage: 1.800–2.400 m
Trainingsbeginn: Gehen + strikte Grundlagenausdauer
Progression: Intensitäten reduziert (–10 bis –20 %)
Erholung: häufiger, mindestens 1 Ruhetag pro Woche
Rückkehr ins Flachland: 3 Tage aktive Erholung + schrittweiser Wiedereinstieg
Leistungspeak: meist 7–10 Tage nach dem Trainingslager
🔹 Woche 1 – Akklimatisation
🎯 Ziel: Anpassung an die reduzierte Sauerstoffverfügbarkeit und Vermeidung von Überlastung → Gehen + strikte Grundlagenausdauer.
- Tag 1: 45 Min. aktives Gehen + Lauftechnik-Drills
- Tag 2: 1 Std. zügiges Gehen + Haltung & aktives Core-Training
- Tag 3: Hügelige Grundlagenausdauer 45 Min.
- Tag 4: Nüchternlauf 1 Std.
- Tag 5: 1 Std. aktives Gehen + Komplette Lauftechnik-Drills
- Tag 6: Lange aktive Ausdauereinheit 1 Std. 15
- Tag 7: Aktive Erholung (Yoga, Mobilität, lockeres Gehen)
🔹 Woche 2 – Belastungsaufbau
🎯 Ziel: Schrittweise Steigerung der Belastung und erste intensivere Reize – ohne Übertreibung.
- Tag 8: Progressive Grundlagenausdauer 1 Std.
- Tag 9: Lange Schwellenintervalle 3×8 Min. (Schwellentempo –10 %)
- Tag 10: 1 Std. zügiges Gehen + Koordination & technische Schrittfrequenz
- Tag 11: Lange Bergintervalle 8×2 Min. (lockere Erholung bergab)
- Tag 12: Progressiver 10-km-Tempolauf 40 Min. → Tempo –15 %
- Tag 13: Grundlagenausdauer in der Gruppe mit Tempowechseln 1 Std. 15
- Tag 14: Kompletter Ruhetag oder lockeres Gehen
🔹 Woche 3 – Konsolidierung & Leistungsreiz
🎯 Ziel: Belastungen nahe Wettkampftempo setzen und den Körper auf die Rückkehr ins Flachland vorbereiten.
- Tag 15: Kombinierte Einheit GA + Wettkampftempo 1 Std. 15
- Tag 16: 400-m-Bahnintervalle 8×400 m bei reduziertem Intensitätsniveau (–15 %)
- Tag 17: Aktives Gehen + Core-Training / Mobilität
- Tag 18: Marathon-Renntempo mit schnellem Finish → verkürzte Einheit (max. 1 Std.)
- Tag 19: Intervall-Pyramide → Trainingsumfang auf 70 % reduziert
- Tag 20: Lange aktive Ausdauereinheit 1 Std. 30 → strikte Grundlagenausdauer
- Tag 21: Aktive Erholung (lockere Bergab-Wanderung, viel trinken, maximale Regeneration)
✅ Dieser Trainingsplan respektiert
- 70 % Grundlagenausdauer / 20 % spezifisches Training / 10 % intensive Belastungen
- mindestens 1 Ruhetag pro Woche
- reduzierte Umfänge bei intensiven Einheiten
- den Wechsel aus Gehen / strikter Grundlagenausdauer / spezifischen Reizen, um die Anpassung an die Höhe zu maximieren und Überlastung zu vermeiden
Im Detail erkläre ich dir unten, warum es entscheidend ist, diesen Plan wirklich einzuhalten – und wie du verhinderst, aus einem eigentlich positiven Höhentrainingslager durch Übermotivation eine schlechte Erfahrung zu machen.
Warum dieser Trainingsplan?
Warum beginnt das Trainingslager mit Gehen (Tag 1–2)?
Direkt nach der Ankunft in der Höhe sinkt der verfügbare Sauerstoffgehalt in der Luft deutlich. Dadurch fällt die Sauerstoffsättigung im Blut ab und der Puls steigt selbst bei lockeren Belastungen schneller an.
Wer bereits am ersten Tag intensiv läuft, setzt den Körper unter zu hohen Stress → typische Folgen sind Kopfschmerzen, Schlafprobleme oder starke Erschöpfung.
Aktives Gehen ermöglicht dagegen eine sanfte Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems und gibt Nieren sowie Knochenmark Zeit, die physiologische Anpassung an die Höhe einzuleiten.
👉 Diese Akklimatisationsphase ist unverzichtbar.
Warum so viel strikte Grundlagenausdauer?
Die Grundlagenausdauer (65–75 % HFmax) ist genau der Intensitätsbereich, in dem sich der Körper am effektivsten an die Höhe anpasst.
Sie verbessert die aerobe Leistungsfähigkeit, fördert die Kapillarisierung der Muskulatur und optimiert die Fettverbrennung als Energiequelle.
In der Höhe bedeutet selbst lockeres Grundlagentempo oft bereits 10–15 zusätzliche Herzschläge pro Minute im Vergleich zum Flachland. Es bringt deshalb nichts, schneller laufen zu wollen.
👉 Deshalb machen lockere Grundlagenläufe rund 70–80 % des gesamten Trainingslagers aus.
Warum die Intensität um 10 bis 20 % reduzieren?
In der Höhe benötigt der Körper für dieselbe Geschwindigkeit deutlich mehr Sauerstoff. Dadurch fühlt sich jedes Tempo anstrengender an als gewohnt.
Beispiel: Ein Schwellentempo von 4:30 Min./km im Flachland kann auf 2.000 m Höhe schnell zu 4:45–4:50 Min./km werden.
Wer versucht, dieselben Intensitäten wie auf Meereshöhe zu halten, riskiert Übertraining, Leistungsabfall oder Verletzungen.
👉 Die bewusste Reduzierung der Intensität schützt den Körper und erhält die positiven Effekte des Höhentrainings.
Warum mehr Erholung einplanen?
In der Höhe ist die Regeneration deutlich anspruchsvoller:
- der Schlaf ist oft unruhiger (häufigeres Aufwachen, leichte Atempausen),
- die trockene Luft beschleunigt die Dehydrierung,
- der Körper verbraucht selbst in Ruhe mehr Energie,
- die Muskulatur regeneriert langsamer.
👉 Deshalb enthält der Plan alle 3–4 Tage leichtere Einheiten sowie mindestens einen vollständigen Ruhetag pro Woche.
Warum Bergläufe, Intervalltraining und Schwellenläufe – aber reduziert?
Spezifische intensive Einheiten helfen dabei, Schnelligkeit, Laufökonomie und Leistungsfähigkeit während des Trainingslagers zu erhalten.
Würde man ausschließlich lockere Dauerläufe absolvieren, würde die neuromuskuläre Reaktivität mit der Zeit nachlassen.
Der Umfang muss jedoch reduziert bleiben:
zum Beispiel 8×400 m statt 12×400 m oder eine verkürzte Intervall-Pyramide mit nur 70 % des üblichen Umfangs.
👉 So bleiben die wichtigen Leistungsqualitäten erhalten, ohne den Organismus zu überlasten.
Warum sind 21 Tage ideal?
Die ersten Anpassungen an die Höhe treten meist nach 7–10 Tagen auf:
Atmung, Schlaf und Herzfrequenz beginnen sich zu stabilisieren.
Die eigentlichen hämatologischen Anpassungen – also die gesteigerte EPO-Produktion und die Erhöhung der roten Blutkörperchen – benötigen dagegen mindestens 18 Tage.
Drei Wochen gelten deshalb als optimale Dauer, um mit einem echten physiologischen Leistungsgewinn ins Flachland zurückzukehren.
👉 Ein einwöchiges Höhentraining kann mental und für die Grundlagenausdauer hilfreich sein, erzielt aber nicht denselben Effekt auf das Blutbild.
Warum ist dieses Programm nichts für Anfänger:innen?
Läufer:innen ohne solide Ausdauerbasis profitieren im Flachland bereits enorm von einfachem Grundlagentraining.
Die zusätzliche Belastung durch die Höhe würde den Körper oft eher erschöpfen als stärker machen.
👉 Dieses Trainingslager richtet sich deshalb ausschließlich an erfahrene Läufer:innen, die bereits vor dem Aufenthalt regelmäßig 4–6 Mal pro Woche trainieren.
Nach dem Trainingslager: Regeneration & Leistungspeak
Was passiert nach der Rückkehr ins Flachland?
In den ersten 3 Tagen nach der Rückkehr fühlen sich die Beine oft schwer an, der Schlaf bleibt teilweise unruhig und manche Läufer:innen verspüren noch eine leichte Kurzatmigkeit.
Der Körper muss die Belastung durch die Hypoxie erst vollständig verarbeiten und das erhöhte Volumen roter Blutkörperchen stabilisieren.
Wer direkt wieder hart trainiert, riskiert schnell Übertraining oder einen deutlichen Leistungsabfall.
👉 Diese Phase mit reduzierter Belastung ist absolut notwendig.
Wie viele Regenerationstage braucht man nach dem Trainingslager?
- Tag 1–3 nach der Rückkehr: lockere Läufe von 30–40 Min. oder aktive Erholung (lockeres Radfahren, Spaziergänge).
- Tag 4–6: längere lockere Läufe von 45–60 Min., eventuell ein sehr leichtes Fahrtspiel.
- Tag 7–10: die Beine fühlen sich wieder frisch an → ideale Phase für spezifische Einheiten oder einen Testwettkampf.
Wann kommt der Leistungspeak?
Die meisten wissenschaftlichen Studien (INSEP, AIS, Levine & Stray-Gundersen) zeigen den optimalen Leistungspeak etwa 7 bis 10 Tage nach der Rückkehr ins Flachland.
Dieser Leistungsanstieg entsteht durch:
- ein sauerstoffreicheres Blut mit mehr roten Blutkörperchen,
- die Superkompensation nach der Ermüdung des Trainingslagers,
- ein effizienteres Herz-Kreislauf- und Muskelsystem.
Diese Phase kann bis zu etwa 14 Tage anhalten, bevor die Effekte langsam wieder abnehmen.
👉 Idealerweise plant man deshalb einen wichtigen Wettkampf etwa 7–10 Tage nach dem Höhentrainingslager.
Häufige Fehler vermeiden
❌ Direkt am Tag nach der Rückkehr einen Wettkampf laufen → in den meisten Fällen folgt eine enttäuschende Leistung.
❌ Zu schnell wieder den normalen Trainingsumfang aufnehmen → erhöhte Verletzungsgefahr und kumulierte Müdigkeit.
❌ Schlaf und Flüssigkeitszufuhr nach dem Trainingslager vernachlässigen → dadurch gehen viele positive Effekte verloren.
Beispiel für die Trainingswiederaufnahme
(nach 21 Tagen auf 2.000 m Höhe)
- Tag +1: vollständige Ruhe oder 30 Min. sehr lockerer Lauf
- Tag +2: 40 Min. Grundlagenausdauer + Lauftechnik-Drills
- Tag +3: 45 Min. lockere hügelige Grundlagenausdauer
- Tag +4: 50–60 Min. Grundlagenausdauer + 5×30 Sek. schnelle Steigerungen
- Tag +5: Ruhetag oder 1 Std. lockeres Radfahren
- Tag +6: spezifische Einheit, z. B. 3×6 Min. Schwelle bei –10 % Intensität
- Tag +7 bis +10: Testwettkampf oder wichtige Einheit im Wettkampftempo
Wenn du dich auf ein solches Trainingslager einlässt: Glückwunsch. Dich erwartet eine seltene, anspruchsvolle, aber unglaublich bereichernde Erfahrung.
Ein gut durchgeführtes Höhentraining verändert nicht nur deine körperliche Leistungsfähigkeit, sondern auch dein Selbstvertrauen als Läufer:in. Du kommst stärker, ausdauernder und mental robuster zurück – mit dem Gefühl, eine Herausforderung gemeistert zu haben, die nur wenige Läufer:innen wirklich wagen.
🏅 Pläne nach Distanz
👉 Anfänger | 5 km | 10 km | Halbmarathon | Marathon
🏃 Spezifische Laufeinheiten
👉 Grundlagenausdauer | Schwelle & Renntempo | VO₂max | Bergläufe | Schnelligkeit & Lauftechnik | Sprints & Antritte | HIIT | Lauftechnik & Drills | Laufband | Trailrunning | Kraft & Core | Wiedereinstieg nach Verletzung | Aktive Erholung | Muskelregeneration | Mentaltraining & Visualisierung







