Warum Ihre Schrittfrequenz manchmal wichtiger ist als die VO₂max

Viele Läufer erleben im Sommer denselben Moment. Nach einem lockeren Lauf werfen sie einen Blick auf ihre Garmin-Uhr. Die VO₂max ist stabil, der Puls wirkt normal – und trotzdem fühlen sich die Beine schwer an. Gleichzeitig läuft ein Trainingspartner mit ähnlicher Fitness scheinbar mühelos davon.

Oft sucht man die Erklärung bei der Ausdauer oder der Herz-Kreislauf-Leistung.

Dabei liegt sie manchmal viel näher.

Denn nicht nur die VO₂max entscheidet darüber, wie schnell und effizient Sie laufen. Auch Ihre Schrittfrequenz kann einen erstaunlich großen Einfluss auf das Lauftempo, die Ermüdung und letztlich auf Ihre Wettkampfzeiten haben.

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Wo liegt Ihre Schrittfrequenz?

Die optimale Schrittfrequenz ist individuell und hängt von Tempo, Körpergröße und Erfahrung ab. Dennoch gibt es einige Orientierungswerte.

LäufertypTypische Schrittfrequenz bei lockerem Tempo
Wiedereinstieg / Anfänger150–160 Schritte/Minute
Regelmäßiger Freizeitläufer160–170 Schritte/Minute
Fortgeschrittener Läufer170–180 Schritte/Minute
Wettkampforientiert175–185 Schritte/Minute

Diese Werte sind keine festen Ziele.

Viel wichtiger ist, ob die eigene Schrittfrequenz zum Lauftempo passt und ob sie einen flüssigen, entspannten Bewegungsablauf ermöglicht.

Die VO₂max beschreibt das Potenzial

Die VO₂max zeigt, wie viel Sauerstoff Ihr Körper unter hoher Belastung maximal verwerten kann.

Laufen Warum manche durchs Laufen eine Energie zurückgewinnen, die sie längst verloren glaubten

Sie ist damit ein wichtiger Indikator für die aerobe Leistungsfähigkeit.

Doch sie beantwortet nicht die Frage, wie effizient dieser Sauerstoff tatsächlich genutzt wird.

Man kann sich das wie bei zwei Autos vorstellen.

Beide verfügen über einen gleich starken Motor. Trotzdem verbraucht eines deutlich weniger Kraftstoff, weil es effizienter arbeitet.

Beim Laufen übernimmt diese Rolle unter anderem die Lauftechnik – und damit auch die Schrittfrequenz.

Warum jeder unnötige Schritt Energie kostet

Viele Freizeitläufer laufen mit relativ langen Schritten.

Das fühlt sich zunächst dynamisch an.

In Wirklichkeit führt ein zu großer Schritt häufig dazu, dass der Fuß weit vor dem Körperschwerpunkt aufsetzt.

Dadurch entstehen stärkere Bremskräfte.

Der Körper muss bei jedem Schritt erneut beschleunigen.

Das kostet Energie.

Laufen Diese Variante des lockeren Dauerlaufs wird selten genutzt – obwohl sie im Training viel verändern kann

Eine etwas höhere Schrittfrequenz bei leicht verkürzter Schrittlänge kann diese Verluste reduzieren.

Der Lauf wirkt oft ruhiger, flüssiger und ökonomischer.

Genau deshalb verbessert sich bei vielen Läufern nicht die VO₂max – sondern ihre Laufleistung.

Laufökonomie schlägt häufig reine Fitness

Die Laufökonomie beschreibt, wie viel Energie ein Läufer für ein bestimmtes Tempo benötigt.

Sie verbessert sich durch viele kleine Faktoren:

  • eine stabile Körperhaltung
  • kurze Bodenkontaktzeiten
  • entspannte Armbewegungen
  • eine passende Schrittfrequenz
  • regelmäßiges Techniktraining

Je ökonomischer ein Läufer arbeitet, desto länger kann er ein höheres Tempo halten.

Zwei Läufer mit identischer Garmin-VO₂max können deshalb völlig unterschiedliche Wettkampfzeiten erreichen.

Nicht weil das Herz unterschiedlich arbeitet.

Sondern weil der eine deutlich effizienter läuft.

Kleine Veränderungen reichen oft aus

Viele denken bei der Schrittfrequenz sofort an die oft zitierte Zahl von 180 Schritten pro Minute.

Dabei ist dieser Wert keineswegs für jeden ideal.

Laufen Zwei Läufer trainieren dreimal pro Woche: Wer wird in sechs Monaten größere Fortschritte machen?

Viel sinnvoller ist es, kleine Anpassungen vorzunehmen.

Wer beispielsweise dauerhaft mit etwa 158 Schritten pro Minute läuft, profitiert häufig schon davon, die Frequenz schrittweise auf 163 oder 165 zu erhöhen.

Diese kleinen Veränderungen wirken oft natürlicher als eine komplette Umstellung.

Der Körper bekommt Zeit, sich anzupassen.

Im Sommer fällt eine ineffiziente Technik stärker auf

Während der warmen Monate wird Laufökonomie besonders wichtig.

Hohe Temperaturen erhöhen den Energieverbrauch zusätzlich.

Jede unnötige Bewegung kostet jetzt noch mehr Kraft.

Deshalb bemerken viele Läufer im Juli oder August plötzlich:

  • schwerere Beine
  • steigende Herzfrequenz
  • frühere Ermüdung
  • nachlassendes Tempo

Nicht immer liegt die Ursache in einer schlechteren Ausdauer.

Oft summieren sich viele kleine technische Details.

Eine effizientere Schrittfrequenz hilft dabei, auch unter anspruchsvolleren Bedingungen entspannter zu laufen.

Laufen Warum sich manche Läufe plötzlich unglaublich schwer anfühlen – ohne erkennbaren Grund

Technik lässt sich trainieren

Die gute Nachricht lautet:

Die Schrittfrequenz ist kein unveränderbarer Wert.

Sie entwickelt sich mit regelmäßigem Training.

Besonders hilfreich sind:

  • Lauf-ABC
  • Koordinationsübungen
  • kurze Steigerungsläufe
  • lockere Schnelligkeitseinheiten
  • bewusste Technikarbeit nach ruhigen Dauerläufen

Schon wenige Minuten pro Woche können langfristig einen Unterschied machen.

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Tempo entsteht aus mehreren Bausteinen

Wer schneller laufen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die VO₂max achten.

Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren:

  • aerobe Leistungsfähigkeit
  • Laufökonomie
  • Schrittfrequenz
  • Schwellentempo
  • muskuläre Ausdauer
  • Regeneration

Erst wenn diese Bereiche gemeinsam verbessert werden, entstehen nachhaltige Fortschritte.

Deshalb entwickeln sich viele Freizeitläufer auch dann weiter, wenn ihre Garmin-VO₂max über Wochen nahezu unverändert bleibt.

Mehr Effizienz statt mehr Anstrengung

Viele Läufer suchen den nächsten Leistungsschritt über härtere Trainingseinheiten.

Laufen Passt Ihr 10-km-Trainingsplan wirklich zu Ihrem Profil – oder nur zu Ihrer Zielzeit?

Dabei liegt das größte Potenzial manchmal in einer effizienteren Bewegung.

Eine leicht angepasste Schrittfrequenz verbessert zwar nicht automatisch die VO₂max.

Sie kann aber dafür sorgen, dass Sie Ihre vorhandene Leistungsfähigkeit deutlich besser auf die Straße bringen.

Und genau das entscheidet am Ende oft darüber, ob sich ein Lauf leicht anfühlt oder ob die letzten Kilometer unnötig schwer werden.

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